{"id":38,"date":"2010-10-04T15:18:15","date_gmt":"2010-10-04T14:18:15","guid":{"rendered":"http:\/\/littlevillage.de\/?p=38"},"modified":"2025-03-31T22:14:10","modified_gmt":"2025-03-31T21:14:10","slug":"tierische-wohngemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.littlevillage.de\/?p=38","title":{"rendered":"Tierische Wohngemeinschaft"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/littlevillage.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/gecko.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-51\" title=\"gecko\" src=\"http:\/\/littlevillage.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/gecko-300x160.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"160\" \/><\/a>Sie kamen durch die T\u00fcrschlitze ins Haus, pressten sich unter der T\u00fcrschwelle hindurch, huschten \u00fcber den Teppich und verschwanden hinter dem Sofa, Schr\u00e4nken oder dem Bett. Thomas hatte mich vorgewarnt: Es k\u00f6nnte sein, dass ich mein Haus mit ein paar Untermietern teilen m\u00fcsste, die im Dunkeln durch die Gegend huschen w\u00fcrden. Ich dachte an Spinnen, Motten, Ungeziefer dieser Art.<!--more--><\/p>\n<p>Ich musste nicht lange suchen, um meine Untermieter zu finden. Jeden Abend kamen sie aus ihren L\u00f6chern, Spinnen, widerliche Exemplare, mit einem dicken K\u00f6rper und sehr langen Beinen. Sie schienen eine Vorliebe f\u00fcr feucht-warme Luft zu haben, machten sich bevorzugt in meinem Badezimmer breit. Aber auch in der K\u00fcche und im Schlafzimmer krabbelten sie die W\u00e4nde hoch und lie\u00dfen sich in den Zimmerecken nieder.<\/p>\n<p>Es war jedes Mal ein Erlebnis, wenn ich abends die Badezimmert\u00fcr \u00f6ffnete, und feststellen musste, dass wieder eine neue Spinne eingezogen war. Auf hellem Untergrund schienen sie noch gr\u00f6\u00dfer zu sein, ihr schwarzer K\u00f6rper bildete einen starken Kontrast zu den gelb gestrichenen W\u00e4nden im Bad. Ein besonders imposantes Exemplar hatte direkt neben dem Sp\u00fclkasten der Toilette Stellung bezogen. Sie hatte nur sieben Beine, sie hatte eins wohl bei einer Auseinandersetzung mit einem ihrer Artgenossen verloren, vermutete ich, sicher, der Platz in meinem Badezimmer war begrenzt, Revierk\u00e4mpfe vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Als ich am dritten Tag die Badezimmert\u00fcr aufzog, innerlich auf ein neues achtbeiniges Krabbeltier eingestellt, zuckte ich zur\u00fcck. Kaum hatte ich das Licht eingeschaltet, huschte ein undefinierbares Objekt in erstaunlicher Geschwindigkeit die Wand hinunter und verschwand hinter den Abflussrohren. Was war das nun schon wieder? Die siebenbeinige Spinne hockte immer noch neben dem Sp\u00fclkasten, sie r\u00fchrte sich nicht, als ich langsam n\u00e4her kam. Vorsichtig versuchte ich hinter die Rohre zu schauen, das Tier bewegte sich rasend schnell, versteckte sich. Ich hatte keine Ahnung, was das war. So genau wollte ich es dann aber doch nicht wissen, als dass ich auf die Idee gekommen w\u00e4re, mit meinen Fingern hinter den Rohren rumzufummeln, wer konnte schon wissen, was da noch so alles herum kreuchte?<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter an diesem Abend machte ich dann Bekanntschaft mit meinem \u201eBadezimmer-Gecko\u201c. Er hatte wieder versucht, sich hinter den Rohren zu verstecken, als ich das Licht anknipste, doch dieses Mal war er nicht schnell genug, blieb wie erstarrt kurz davor sitzen. Es war ein kleines, interessantes Tier, vielleicht zehn Zentimeter lang. Er hatte einen hellen, fast durchscheinenden K\u00f6rper. Dazu zwei riesige schwarze Augen, die mich aufmerksam beobachteten. Seine F\u00fc\u00dfe sahen aus wie kleine Saugn\u00e4pfe, wodurch er wie der Blitz an den W\u00e4nden hoch und runter laufen konnte. Ein Gecko im Badezimmer, na wunderbar, dachte ich. Sein Ekel-Faktor war im Vergleich zu den Spinnen aber wesentlich geringer, so dass ich beschloss, das Tier vorerst dort zu lassen, wo es sich offensichtlich am wohlsten f\u00fchlte: hinter der Toilette.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie kamen durch die T\u00fcrschlitze ins Haus, pressten sich unter der T\u00fcrschwelle hindurch, huschten \u00fcber den Teppich und verschwanden hinter dem Sofa, Schr\u00e4nken oder dem Bett. Thomas hatte mich vorgewarnt: Es k\u00f6nnte sein, dass ich mein Haus mit ein paar Untermietern teilen m\u00fcsste, die im Dunkeln durch die Gegend huschen w\u00fcrden. 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