{"id":151,"date":"2010-10-12T15:26:49","date_gmt":"2010-10-12T14:26:49","guid":{"rendered":"http:\/\/littlevillage.de\/?p=151"},"modified":"2025-03-31T22:13:34","modified_gmt":"2025-03-31T21:13:34","slug":"die-sache-mit-dem-maisklops","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.littlevillage.de\/?p=151","title":{"rendered":"Die Sache mit dem Maisklops"},"content":{"rendered":"<p>In S\u00fcdafrika nennen sie es Pap , in Tansania hei\u00dft es Ugali, die Menschen in Zimbabwe nennen es Sadza. Sadza ist das landes\u00fcbliche Gericht in Zimbabwe, die Menschen essen die etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrfte Mischung aus Maismehl und Wasser wie wir in Europa Brot, Reis oder Nudeln. Der klebrige Brei besteht aus nichts anderem als Wasser und wei\u00dfem Mais, der fein gemahlen in gro\u00dfen Mengen eingekauft, zu Sadza verarbeitet und zusammen mit Fisch, Fleisch oder Gem\u00fcse serviert wird. F\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung ist diese kohlenhydratreiche, stark s\u00e4ttigende Kost als Grundnahrungsmittel unverzichtbar. Manche essen es zwei- bis dreimal in der Woche, die Familie von James beinahe t\u00e4glich.<!--more--><\/p>\n<p>James` Frau (ich habe keine Ahnung, wie man ihren Namen ausspricht) war der Meinung, dass ich Sadza unbedingt einmal probieren m\u00fcsse. Also brachte sie mir in der ersten Woche abends eine kleine Portion von ihrem Abendessen vorbei. Erwartungsvoll stand sie vor mir, hielt mir den Teller unter die Nase. Ich nahm den Teller entgegen, musterte den Maisbrei, er roch nach nichts. Netterweise hatte James` Frau mir auch etwas von ihrem H\u00fchnchen dazugelegt. Ich fand diese Geste sehr nett, ich wusste, dass sich die Familie das Fleisch kaum leisten konnte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/littlevillage.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/sadza.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-152\" title=\"sadza\" src=\"http:\/\/littlevillage.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/sadza-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" \/><\/a>Mit dem Teller lief ich geradewegs in die K\u00fcche, griff nach einer Gabel. Als ich zu James` Frau zur\u00fcckkehrte, wartete sie noch immer vor der T\u00fcr, verst\u00e4ndnislos starrte sie auf die Gabel in meiner Hand. \u201eWir essen Sadza mit der Hand\u201c, sagte sie, verlegen senkte sie den Blick. Nat\u00fcrlich, wie konnte ich das nur vergessen! Schnell lie\u00df ich die Gabel hinter meinem R\u00fccken verschwinden, griff mit spitzen Fingern nach dem Maisbrei.<\/p>\n<p>James` Frau gab mir Anweisungen, dass ich den Brei zu einem kleinen B\u00e4llchen zusammendr\u00fccken sollte, damit k\u00f6nne ich dann das H\u00fchnchen und die So\u00dfe bequem aufnehmen, sagte sie. Ich versuchte mein Gl\u00fcck mit dem Maisklops. Es klappte erstaunlich gut, ich schaffte es, den Klo\u00df samt H\u00fchnchen in meinen Mund zu bef\u00f6rdern, ohne etwas davon fallen zu lassen.<\/p>\n<p>Das H\u00fchnchen war k\u00f6stlich, der Maisbrei dagegen etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Er war von trockener, z\u00e4her Konsistenz. Fast h\u00e4tte ich erwartet, dass er wie Sand zwischen den Z\u00e4hnen knirscht. Ohne das H\u00fchnchen und die So\u00dfe schmeckte der Brei nach nichts. Alles in allem war es ein interessantes Geschmackserlebnis, doch in die Liste meiner Lieblingsspeisen wird Sadza wohl eher nicht aufsteigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In S\u00fcdafrika nennen sie es Pap , in Tansania hei\u00dft es Ugali, die Menschen in Zimbabwe nennen es Sadza. Sadza ist das landes\u00fcbliche Gericht in Zimbabwe, die Menschen essen die etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrfte Mischung aus Maismehl und Wasser wie wir in Europa Brot, Reis oder Nudeln. 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