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Okt
22

Falschgeld

Ratlos standen wir an der Kasse von Pizza Inn, der afrikanischen Version von Pizza Hut, wollten die Rechnung bezahlen, doch die Kassiererin wollte unser Geld nicht. Immer wieder legte sie den 50$-Schein in den Apparat, um ihn zu durchleuchten und auf seine Echtheit zu überprüfen, dabei streifte sie uns mit einem misstrauischen Seitenblick. Sie nahm den Schein mit beiden Händen, hielt ihn an den oberen Seitenenden fest, hielt ihn gegen das Licht. Dann schüttelte sie den Kopf. „Tut mir Leid“, sagte sie, „der Schein ist gefälscht.“ Sie legte den Schein auf den Tresen, wollte, dass wir ihn zurücknehmen. Thomas machte große Augen. „Gefälscht?“, fragte er, „das kann nicht sein.“ Doch die Angestellte blieb dabei, sie wollte den Schein nicht.

Thomas und seine Frau fingen an zu überlegen: Wo hatten Sie den Schein bekommen? Thomas war sich sicher, dass er den Schein aus dem Bankautomaten gezogen hatte, doch Christa, seine Frau, konnte sich daran erinnern, dass sie den Schein am Tag davor in einem Hotel-Restaurant bekommen hatten, zusammen mit dem Wechselgeld.

Inzwischen war auch der Pizzabäcker aus der Küche dazu gekommen, er hatte gehört, wie wir an der Kasse diskutierten. Er wischte sich die Hände an seiner Schürze ab, mit spitzen Fingern nahm er den Schein, der noch immer auf dem Tresen lag, zwischen der Kassiererin und uns. Auch er hielt den Schein gegen das Licht, musterte ihn genau. „Nein, der Schein ist nicht echt“, sagte er. In Deutschland hätten die Angestellten jetzt wahrscheinlich die Polizei gerufen, doch die Kassiererin gab uns den Schein einfach wieder zurück, schüttelte den Kopf.

Thomas nahm den Schein, schaute ihn sich genau an. Auf den ersten Blick war die Fälschung kaum vom Original zu unterscheiden. Wie so viele Scheine in Harare sah auch dieser etwas abgegriffen aus, offenbar war er schon länger im Umlauf. Die Zeichnungen auf dem Schein sahen echt aus, waren sehr detailgetreu. Ich zog einen anderen 50$-Schein aus der Tasche, legte ihn neben die Fälschung. Tatsächlich wurde beim direkten Vergleich deutlich, dass dieser Schein unmöglich echt sein konnte. Der Schein war etwas kleiner als das Original, die Kanten waren unsauber abgeschnitten, waren schief. Die Linien auf dem Papier waren wesentlich undeutlicher als auf dem echten Schein, schienen ineinander zu verschwimmen. Ich nahm beide Scheine in die Hand, hielt sie ins Licht, tatsächlich, auf einem der beiden Scheine fehlte das Wasserzeichen, der Schein war gefälscht.

Thomas und Christa wollten das nicht auf sich sitzen lassen, am nächsten Tag fuhren sie in das Hotel, in dem sie den Schein bekommen hatten. Sie hatten zwar die Rechnung nicht mehr, aber sie wussten genau, um wie viel Uhr sie da gewesen waren, an welchem Tisch sie saßen, was sie getrunken hatten und was sie am Ende bezahlen mussten. Das alles zählten sie der Managerin des Hotel-Restaurants auf. Die Managerin schaute im System nach, fand die Bestellung. Doch den Vorwurf, Falschgeld an ihre Gäste herausgegeben zu haben, wollte sie nicht ohne weiteres akzeptieren. Sie fragte nach dem Keller, der Thomas und Christa bedient hatte. Sie wussten nicht, wie der Kellner hieß, schauten sich im Restaurant um, konnten ihn aber nirgendwo entdecken. Schließlich bat die Managerin Thomas, einen Bericht zu schreiben, in dem er noch einmal den genauen Hergang beschreiben sollte. Das tat Thomas dann auch, gab ihr das Papier. Sie würde das überprüfen und sich am nächsten Tag melden, sagte die Frau.

Thomas und Christa warteten, doch die Managerin rief nicht an. Als sie schließlich zwei Tage später wieder ins Hotel fuhren, um die Frau zur Rede zu stellen, behauptete diese, der Bericht müsse erst noch von ihrem Chef unterschrieben werden, das könnte etwas dauern. Das war der Moment, in dem Thomas die Geduld verlor. Er wurde laut, bestand darauf, dass die Frau ihm nun endlich einen RICHTIGEN 50US$-Schein ausgeben sollte, schließlich hätten sie genug Beweise geliefert. Thomas war sauer. Nicht nur, dass einer der Keller in diesem Hotel ihm offenbar Falschgeld herausgegeben hatte, nun weigerte sich die Managerin auch noch, ihm das Geld zurückzuerstatten. Thomas regte sich furchtbar auf, mit Erfolg: Nach langem Hin und Her gab die Managerin ihm sein Geld zurück.

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